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Die Rheinpfalz vom 21.01.2013.

Neustadt: Kultur

Wettrennen zwischen Klavier und Schlagzeug

Bei ”Blues & Boogie-Woogie Battle” im Konfetti sind Pianist Sestak und Schlagzeuger Baum mehr als nur Ersatz für erkrankten Ben Waters

Neustadt. Lange Gesichter machten einige Besucher am Samstagabend zunächst, als sie zur ”Blues & Boogie-Woogie Battle” kamen: Der Star des Abends, Ben Waters, war erkrankt. Doch schon nach den ersten Akkorden wich die Enttäuschung, machte Begeisterung Platz. Der junge Pianist Luca Sestak und Schlagzeuger Jürgen Baum zogen das Publikum vom ersten bis zum letzten Akkord in ihren Bann.

Am Freitagabend habe Ben Waters gerade noch durchgehalten, sagt Jürgen Baum im Gespräch. Luca Sestak ist ”positiv aufgeregt”, dass er wieder auftreten kann. Er freut sich auf die Stimmung im Wirtshaus Konfetti. ”Das hat gestern schon viel Spaß gemacht”, sagt er. ”Es war gigantisch”, verbessert Baum, ”die Leute haben beinahe auf den Tischen getanzt.” Sie sind sicher, dass sie das Publikum auch zu zweit mitreißen können. Und das gelingt ihnen. Es scheint ihnen schon in den Fingern zu jucken, an die Instrumente zu kommen.

Der besondere Reiz der Veranstaltung liegt darin, dass ”wir alles frei spielen”, sagt Baum, ”ohne Proben”. Er hat Luca, der vor wenigen Tagen 18 geworden ist und bereits 2011 den German Boogie Woogie Award erhalten hat, erst am Vorabend kennengelernt. Luca nimmt seit neun Jahren klassischen Klavierunterricht und versucht, seinen ”eigenen Stil zu entwickeln”, in den er ”alle Stilrichtungen einfließen” lässt. Das Touren macht ihm Spaß, aufgetreten ist er auch international. In Frankreich hat er vor zwei Jahren bei einem Festival Ben Waters kennengelernt, jetzt in Neustadt den Weltklasse-Schlagzeuger Jürgen Baum, Drummer der Rockband Trance. Er steht seit über 40 Jahren auf der Bühne, kommt ursprünglich aus der Hard-Rock-Ecke, spielt Deutsch-Rock und Rock-Jazz.

Mit ”Go straight for it” setzt Luca Sestak ein. Schon die ersten Akkorde lassen aufhorchen, das ist ein eigener Stil, kraftvoll und von einer Musikalität getragen, die schnell auf das Publikum übergeht. Auch der Popsong ”On the Sunny Side of the Street” ist keine Cover-Version, sondern eine eigene Interpretation. Luca Sestak singt einen Blues, kündigt selbstbewusst die Stück an - und Jürgen Baum, der noch lässig am Schlagzeug sitzt.

War das Publikum vom Klavier schon begeistert, geht jetzt, als Baum an den Drums loslegt, die Post ab. Ein Beifallssturm bricht los. Der Aufforderung ”Clap your hands” sind die Zuhörer längst zuvorgekommen. Ein Wettrennen zwischen Klavier und Schlagzeug setzt ein, bei dem sich die Musiker gegenseitig vorantreiben, eine Schlacht um Spaß und reiner Freude am Spielen, die beide ausleben.

Der musikalische Dialog aber kann auch ganz zart sein, wenn Klavier und Schlagzeug sich gegenseitig Töne vorgeben, sie aufnehmen und dann verklingen lassen. Dazwischen kurze Blicke, ein Zuruf, ab und zu ein paar geraunte Worte zum nächsten Titel: Die Kommunikation klappt reibungslos. Dass dazu viel Intuition seitens des Drummers gehört, zeigt sich daran, dass er anfangs ein paar wenige Takte dem Klavier lauscht, sich dann als Partner einbringt. Baum strahlt, Sestak ist ständig in Bewegung, sogar die Füße hält er keine Sekunde still. Er hat sich inzwischen seiner Jacke entledigt, Baum steht der Schweiß auf der Stirn. ”Gefällt‘s euch?”, ruft er ins Publikum. ”Ja!” ”Uns auch!” Und das ist deutlich zu spüren.Selbst dann, wenn es ”klassisch” wird, denn Chopins Nocturne Es-Dur in der Jazz-Version von Luca Sestak ist ein Traum. Eine Verbindung des Bekannten mit neuen Rhythmen und Akkorden, die nichts von der Intensität des Originals verlorengehen lässt. Hier wird besonders deutlich, welch außerordentlich Begabung der junge Pianist hat. Er ist bei Boogie-Woogie brillant, und es gelingt ihm mühelos, mit seinem Spiel auch tiefere Gefühle auszudrücken und zu vermitteln.

Viel Zeit zum Nachsinnen haben die Zuhörer nicht. Luca Sestak scheint es kaum abwarten zu können, wieder in die Tasten zu greifen. Das Ende des Beifalls wartet er gar nicht erst ab, lässt bei ”Walk with the devil”, einer eigenen Komposition, die Finger mit höllischer Geschwindigkeit über die Tasten tanzen, singt zur Erholung einen Blues und erfreut das Publikum unter anderem mit seiner Version von ”Way down upon the Swanee River”, in die er munter ein paar Takte des Flohwalzers mischt. Die Zuhörer waren begeistert bis zum Schluss. Man wird von ihm noch hören. Auch wenn er nach der Schule nicht Musik, sondern eher etwas Technisches studieren möchte. ”Musik werde ich immer machen. Musik ist mein Leben”, sagt er. Man glaubt es ihm. Von Hildegard Janssen-Müller

 

 

 

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Freitag, 18.01.2013
Samstag, 19.01.2013
Ben Waters, Luca Sestak, feat. Jürgen Baum: Feuerwerk des Boogie

 

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Rheinpfalz vom 27.12.2012

Eine Auferstehung

Die Edenkobener Rockband „Trance“ im Colosseum in Landau

VON ANNETTE  SCHLÜCHTERMANN

Wir schreiben einen Freitag im Jah­re 2012. Ganz Rheinland-Pfalz hat sich nach Einbruch der Dunkelheit in die Häuser zurückgezogen und er­wartet den drohenden Weltunter­gang. Ganz Rheinland-Pfalz? Eine Gruppe unbeugsamer Rock-Urge­steine fand sich in den Katakomben des Landauer Colosseums zusam­men, um mit Freunden und langjäh­rigen Fans die Auferstehung der le­gendären Edenkobener Rockband „Trance“ zu zelebrieren, die nach jahrelangen Unruhen endlich wie­der zu sich selbst gefunden hat.

 

Neben Jürgen Baum, Markus Berger, Thomas Klein und Roland Moschel mit im Gepäck: der neue Sänger Joe Strubel, der sich an diesem Abend zum ersten Mal dem kritischen Urteil des Publikums stellte.

 

Gleich zu Beginn legt die Combo mit „Shock power“ ordentlich los und zeigt, dass sie trotz teilweise fortge­schrittenen Alters vom Drive der Achtziger noch jede Menge übrig hat. Bei „Burn the ice“ kommen zum ers­ten Mal die Synthesizer voll zum Ein­satz und bringen so den für diese Zeit so prägenden Sound ins Publikum. Markus Berger an der Gitarre wirkt locker und gelöst, er lacht in die Men­ge und bewegt sich auf der Bühne, als hätte er nie etwas anderes getan, was ja auch teilweise stimmt.

 

Man merkt, die Band hat Freude an dem, was sie tut, und das geht auf die Zuschauer über.

Bei dem nun folgen­den „One man fighter“ gibt Strubel sein endgültiges Debüt, und wer je­mals das Vergnügen hatte, völlig oh­ne Begleitung in einem Raum mit mehreren hundert Menschen die ers­ten Takte eines Songs zu singen, weiß: Es gibt nur zwei Möglichkeiten. Ent­weder es geht furchtbar schief – oder die Menge tobt. Hier und heute im Co­losseum ist ganz eindeutig letzteres der Fall, und als „One man fighter“ in den Rhythmuswechsel übergeht, gibt es kein Halten mehr.

Die Band hat Freude an dem, was sie tut, und das geht auf die Zuschauer über.

 

Insgesamt ist es ein sehr rundes Pa­ket, das die Band an diesem Abend ab­liefert, denn natürlich dürfen auch die alten Hits nicht fehlen, mit denen Trance seinerzeit internationale Er­folge sammelte. „Heavy Metal Queen“ und „Masquerade“ sind ebenso dabei wie das etwas getragenere „Boule­vard of broken dreams“ und natürlich die Klassiker „Break the chains“ und „Baby Child“, die damalige Antwort der Band auf Deep Purples „Child in Time“.

 

Ergänzt werden die bekannten Songs noch durch zwei weitere Titel, die trotz der jahrzehntelangen Band­geschichte niemals zuvor live zurAuf­führung kamen: Das explosive „Apo­calypse now“ und „Heavy  love“, bei dem auch der letzte Zuschauer im Saal aufgrund eines subtil ausgefeil­ten Improvisationsteils ordentlich Feuer fängt. Strubel ist in der Szene kein unbeschriebenes Blatt. Schon jahrelang bewegt er sich mit ver­schiedenen Coverbands, aktuell mit „AC/ID“ und „Crusader“, auf den Büh­nen der Region.

 

Der Kontakt zu Trance kam über Markus Berger zustande, der in 2004 kurz bei Strubels damaliger Band „Sinner’s Heaven“ aktiv war. Der ur­sprüngliche Frontmann von Trance hatte sich mit Trancemission ausge­klinkt, und im vergangenen Jahr gab es zum 30-jährigen Jubiläum ein Reu­nionkonzert mit einem anderen Sän­ger. Zunächst war dies als einmalige Sache geplant, doch die drei Originale Baum, Klein und Berger hatten Blut geleckt und man machte sich auf die Suche nach einer festen Besetzung. Roland Moschel an den Keyboards wurde noch in 2011 angeheuert. Stru­bel stieß dann im August letzten Jah­res dazu.

 

Eine gute Wahl, denn sowohl op­tisch als auch musikalisch passt es einfach. Die Homogenität der Band überzeugt.

Die Veranstalter des Konzerts in Landau setzten sich übrigens schon vor Beginn des Abends nachdrücklich für ein rauchfreies Konzert ein, was wohl nicht nur der Stimme des Sän­gers, sondern auch der allgemeinen Befindlichkeit des Publikums zugute-kam.

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Rheinpfalz Neustadt 20.12.2012/ Trance

„Trance“ in Landau

Heavy Metal zuWeihnachten LANDAU.

„Trance“, eine der erfolgreichsten German-Metal-Bands der80er, ist morgen,

Freitag, ab 22 Uhr in fast kompletter Originalbesetzung von 1979 bei einem Konzert im

Club Colosseum in Landau zu Gast. Die drei „Trance“-Urgesteine Markus Berger,

Thomas Klein und der Neustadter Jürgen Baum werden von Sänger Joe

Strubel von der „AC/DC“-Tributeband „AC/ID“ und Keyboard er Roland Moschel

von „Someone Else“ unterstützt und interpretieren unsterbliche Hits wie in den guten alten Zeiten

volles Brett und in Originaltonart! Als Überraschung gibt’s speziell bei diesem

Weihnachtskonzert obendrauf noch fast vergessene „Trance“-Songs, die zumTeil noch nie live zu hören waren.

Die Band wurde 1979 von Berger und Lothar Antoni gegründet und bestand bis 1998.

Karten unter anderem bei Tabak Weiss in Neustadt und im Musikhof  Mußbach sowie unter

www.soundler.de. (hk)

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Event-Ankündigung im Colosseum Landau

Der Rockhammer im Dezember :

Trance is back in town

Die Kult-Heavy-Metal-Band der 80er Jahre hat sich in Originalbesetzung wieder zusammengetan, um es mit ihrem urtypischen Rocksound mal wieder so richtig krachen zu lassen.

Am Freitag, den 21.12.2012 findet im Colosseum in Landau ein

VIP-Club-Concert statt.

Bei diesem Event stellt sich der neue, stimmgewaltige Shouter – Joe Strubel – dem Urteil der eingefleischten Trance-Fans und aller Heavy-Metal-Freunde.

ACDC-Liebhaber kennen diesen Ausnahmesänger bestimmt bereits von der offiziellen ACDC-Tribute-Band AC-ID.

Trance hat diese Örtlichkeit am Ortsausgang von Landau Richtung Wollmesheim bewusst gewählt, denn das Colosseum ist der legitime Nachfolger des legendären Mash-Clubs.

Hier finden regelmässig Mash-Revivals statt.

Das Mash war die Wiege dieser damals sehr jungen, aufstrebenden und dann international erfolgreichen Heavy-Metal-Band, die es nie versäumte, trotz ausgedehnter Tourneen, traditionsmässig ein Mal im Jahr dort – in ihrem Wohnzimmer – ihren Fans eine Ausnahme-Show zu bieten.

Die Urgesteine Markus Berger, Thomas Klein und Jürgen Baum, die von Beginn an dabei waren, zelebrieren an diesem Abend die absoluten Klassiker - so wie damals - in Originaltonart.

Unterstützt werden sie dabei am Keyboard vom Neuzugang Roland Moschel (Someone Else).

 

Als Überraschung gibt’s obendrauf noch fast vergessene Trance-Songs,

die garantiert noch nie auf einem Konzert live zu hören waren.

 

Zu diesem familiären, exklusiven Xmas-Special zum Anfassen ist jedoch die Besucheranzahl platzbedingt begrenzt. Daher werden rechtzeitig besondere Sammler-Tickets im Vorverkauf und Internet angeboten.

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Vom 02.05. - 05.05.   + 08. - 10.08. Soundler on Tour in Algerien mit dem Algerischen Superstar und UNICEF Botschafter Djamel Laroussi als Verantwortlicher für Sound und Technik.

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  Tour Tagebuch:

Really enjoyed the gig in Neustadt last night. From the band´s point of view the best so far. Seems we are getting past just knowing the arrangements to playing them. This is when it gets to be fun. And a great audience and brilliant sound.

Sound by Soundler.

 

 

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OFF THE HOOK!!! Another sold out concert! this is the best "beginning of Tour" we've ever experienced, it just get better from here! Tomorrow hold on to your your britches Neustadt a/d Weinstrasse, Germany @ Wespennest, it's gonna be a killer Sat. night!!!!

Sound by Soundler

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Rheinpfalz vom 9.März 2012

 
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Fortsetztung:

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Rheinpfalz vom 31.10.2011






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Rheinpfalz July 2011

nd sowie Bands in denen ich spiele.

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Presse - Artikel vom 22.12.2010

DIE RHEINPFALZ      NR. 297                                   KULTUR REGIONAL/SERVICE

Vom Fan zum Kollegen   

VON HANS KRAUS

MUSIK FÜR DIE INSEL: Wie der Neustadter Jürgen Baum aus einer negativen Begegnung mit Weltklasse-Drummer Cozy Powell, positive Energie schöpft

NEUSTADT. Normalerweise stellen wir in dieser Serie Menschen vor, deren  Lebensweg  durch ein Lied oder eine Platte in eine andere Richtung gelenkt wurde. Im Fall des Neustadter Musikers und Tontechnikers Jürgen Baumwar das ein wenig anders. Er bezog die Initialzündung, die ihn zu dem machte, was er heute ist, nicht aus einem Song, sondern aus der Begegnung mit einem Kollegen, der ihn schon immer faszinierte und dessen Art zuspielen der seinen sehr ähnlich ist.

Es geht dabei um den 1998 bei einem Autounfall verstorbenen weltbekannten Schlagzeuger Cozy Powell, der unter anderem für „Rainbow“, „Whitesnake“ und „Black Sabbath“ hinter  der Schießbude saß.

„Auch die Großen kochen nur mit Wasser“: Ein Erlebnis mit dem von ihm bewunderten  Drummer Cozy Powell in Landau war für Jürgen Baum eine ebenso prägende wie ernüchternde Erfahrung.                          FOTO: LM

Der heute 49-jährige Jürgen Baum stammt ursprünglich aus Gimmeldingen.Hier hatte er im Alter von gerademal zehn Jahren seinen ersten Auftritt mit eigener Band. „Bei einem Sportlerfest in der ,Alten Turnhalle‘ durften wir das  Stück ,Gimme Gimme Shock Treatment‘ von den ,Ramones‘ zum Besten geben“, erinnert er sich. Baum hat sich das Schlagzeugspielen autodidaktischbeigebracht. „Ich hatte das Glück, alles, was ich hörte, gleich nachspielen zu können.“

1975 trat er dann erstmals vor einem größeren Publikum in Erscheinung, als Mitglied der Neustadter Kult-Band „Pegasus“. „Wir spielten eine Mischung aus Jazz- und Artrock, die sehr gut ankam und uns bald viele Fans bescherte“,so Baum. Eine ähnliche Musik machte in der Zeit die Hannoveraner Band „Eloy“, die als einer der wichtigsten Vertreter der deutschen Krautrockszene galt. Ihr Schlagzeuger war Jürgen Rosenthal, der vorher mit den damals noch relativ unbekannten „Scorpions“ unterwegs war.
„Rosenthal hat mich mit seiner Art zu spielen und besonders mit seinem für damalige Verhältnisse außergewöhnlichem Equipment schwer  beeindruckt“, erzählt Baum weiter, „er nutzte als einer von wenigen ,Rototoms‘,  die ich mir deswegen auch gleich zulegte und dafür sogar extra eine verstellbare Haltevorrichtung entwickelte. Leider habe ich die nie patentieren  lassen, was sicher ein Fehler war." Mit seinem um acht (!) halbkreisförmig  angebrachte „Rototoms“ auf Großformat erweiterten Drum kit, das er mit sehr viel  Kraft und Energie bearbeitete, fiel der junge Schlagzeuger schnell auf, und so erhielt er eines Tages das Angebot, bei der sich gerade im Aufbau befindlichen Gruppe „Trance“ einzusteigen. Mit ihm als Drummer erreichte die Edenkobener  Gruppe schnell internationale Anerkennung, tourte durch halb Europa und  schaffte es 1983 mit ihrem Album „Power Infusion“ sogar den ersten Platz der englischen Import-Album-Charts einzunehmen.

Aus Baum, der sich vorher vor allem im Progressive-Rock zuhause gefühlt hatte, war ein echter Hardrocker geworden, der Bands wie „Black Sabbath“, „Rainbow“ oder „Whitesnake“ zu seinen Favoriten zählte. Und hier kommt Cozy Powell ins Spiel, der bei allen dreien als Schlagzeuger aktiv war und für Baum somit zu einer Art Idol wurde. „Wir hatten beide diese powervolleArt zu spielen, die Double-Bass-Drum gehörte zu unserem Standard-Equipment, wir benutzten dicke, lange Stöcke  und holten mit den Armen weit aus, wenn wir auf die Trommeln schlugen, was uns nicht nur spiel-, sondern auch showtechnisch ähnlich erscheinen ließ“, erzählt Baum, der Powell damals so bewunderte, dass er auf der Bühne sogar die gleichen Armbänder trug  wie er.

Dann aber kam das Schlüsselerlebnis, das Baum die Musikerszene heutemit anderen, abgeklärteren Augen sehen lässt. „Cozy kam nach Landau, um in der Festhalle um eine,Drumclinic‘, eine Art Schlagzeug-Workshop, abzuhalten. Zu meiner großen Freude konnte ich dabei vorher ein paar Worte mit ihm  wechseln und sogar einen Drink mit ihm einnehmen, von denen er sich  ziemlich viele gönnte.

Dann kam der Abend. Ich saß mit meinen ,Trance‘-Kollegen in der mit Musikern  vollbesetzten Festhalle, als Powell plötzlich das Angebot machte, dass Freiwillige auf die Bühne kommen könnten, um auf seinem Schlagzeug  ihr Können zu zeigen.

Einige taten das auch, allerdings sehr verhalten. Meine Bandkumpels,  die wussten, dass ich Powells Art zu performen drauf hatte, forderten mich auf,  nun ebenfalls auf die Bühne zu gehen und zu spielen.“ Baum tat wie ihm geheißen  und haute die Felle, bis sie glühten.Powell hatte die Becken weit zur Seite gestellt, um, wie es seine Art war, weitausholend spielen zu können, was die anderen Schlagzeuger dazu veranlasst hatte, sie gar nicht erst zu benutzen.  Baum aber kam dieser Aufbau gerade recht, und so drosch er auf die Cymbal ein und legte eines der besten Schlagzeugsoli seiner Karriere hin.

Das  begeistertePublikum tobte,nur einer verzog ärgerlich das Gesicht: CozyPowell.  Der angetrunkene Weltklasse-Drummer zeigte sich leicht angesäuert über Baums Erfolg, schüttelte ihm zwar noch kurz die Hand, sprach danach aber kein Wort mehr mit ihm.  „Von da an sah ich Cozy Powell nicht mehr als Idol,  sondern nur noch als Kollegen an",
berichtet Baum, der heute selbst auch als Schlagzeuglehrer tätig ist,
„ich wusste jetzt, dass auch die Großen nur mit Wasser kochen“

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 Okober2010 / Rheinpfalz - Kultur